Arbeitslos bleiben – eine Alternative?

Wenn alles so schwierig ist, dann ist es vielleicht doch besser, arbeitslos zu bleiben – Oder?

Das kann ich aufgrund meiner Erfahrungen in der Schulung von mehreren tausend Menschen, die sich beruflich neu orientieren mussten, nun gar nicht empfehlen.
Folgende Gründe sprechen für die Aufnahme von Arbeit:

1. Langzeitarbeitslosigkeit raubt die Motivation und erzeugt nachgewiesen verschiedenste Krankheiten.
Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass die Immunabwehr von Arbeitslosen bereits nach neun Monaten ohne Job deutlich schlechter arbeitet als bei Vergleichspersonen.
Außerdem entstehen durch Dauerarbeitslosigkeit vielfältige familiäre Probleme. Der Psychologe Michael Frese nennt Langzeitarbeitslosigkeit eines der für das Wohlbefinden schädlichsten Ereignisse, die unsere Gesellschaft bereithält. Darüber hinaus ist sie eine Falle: Wer Jahre arbeitslos war, kommt oft nur sehr schwer wieder aus der Arbeitslosigkeit heraus. Langfristige Arbeitslosigkeit ist also keine Lösung und meiner Ansicht nach mit der Würde des Menschen unvereinbar.

2. Arbeit hat trotz des Stresses, den sie manchmal verursacht, verschiedene Vorteile:
Sie gibt unserem Alltag eine zeitliche Struktur (Was macht man sonst den ganzen Tag?), sie verleiht dem Arbeitenden in den meisten Gesellschaften einen sozialen Wert und gibt die Möglichkeit, Leute kennen zu lernen und sich auszutauschen. Wir trainieren unsere Fähigkeiten während der Arbeit und bilden uns dadurch ständig beruflich weiter. Vielen Menschen verleiht geeignete berufliche Arbeit auch Sinn,
das hat wiederum positive gesundheitliche Folgen, wir können das entwickeln, was in uns steckt. Die meisten Menschen haben das Bedürfnis, etwas Sinnvolles oder Produktives zu tun. Je besser der Job zum eigenen Persönlichkeitsprofil passt, desto größer sind die Vorteile von Arbeit.

3. Selbst der Einstieg in irgendeinen Job (z. B. für Schulabgänger und Langzeitarbeitslose) kann ein echter Fortschritt und eine extreme Verbesserung der Lebensverhältnisse sein:
Es geht für Arbeitsuchende zuerst einmal darum, in die Berufswelt überhaupt einzusteigen bzw. wieder einzusteigen. Selbst Fachkräfte werden häufig schon nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit von Firmenchefs oder Personalleitern nicht mehr akzeptiert und sind im Arbeitsmarkt kaum vermittelbar.
Und nach dem Einstieg? Dann folgt „training on the job“, also Lernen in der Berufspraxis und individuelle Weiterbildung. Das kann durch Lesen von Fach- und Strategiebüchern, über Internet-Angebote (Blogs und Podcasts) und über Seminare geschehen. Während der Berufspraxis und Weiterbildung entwickelt sich dann langsam eine langfristige persönliche Strategie.

Übrigens: Einen Coach oder Mentor sollten sich Menschen in einer  Orientierungsphase sowieso suchen.

Meine Tipps zum Weiterlesen:

In 90 Tagen aus der Arbeitslosigkeit

Wie finde ich den richtigen Job?

Die wichtigsten Jobbörsen

Wie erkenne ich Firmen, die zu mir passen?

Kreativität bei der Jobsuche

Basiswissen für Jobcoaches

 

 

 

 

 

Geld für Ihre persönliche Weiterbildung!

Berufliche Weiterbildung ist wichtig: In vielen Jobausschreibungen werden ganz konkrete Kenntnisse gefordert. Aber gute Weiterbildung kostet auch Geld.

Nicht alle in Deutschland sind gewohnt, für Weiterbildung zu bezahlen, nicht alle haben die finanziellen Möglichkeiten. Doch wie kommen Sie sonst an qualifizierende Kurse und Seminare? Eine Lösung ist, den Staat an der Finanzierung der eigenen Weiterbildung zu beteiligen.
Wie das für die verschiedenen Zielgruppen funktioniert, verraten Ihnen folgende zwei Quellen:

  • Springest: Die neue Weiterbildungsplattform, gibt Infos zu Fördermöglichkeiten
  • Stiftung Warentest: Der „Leitfaden Weiterbildung finanzieren“ informiert u.a. über die Bildungsprämie, Meister-BAföG etc.

Nachdem Sie die Frage der Finanzierung geklärt haben, sollten Sie sich eine weitere stellen: Wie kann ich überprüfen, ob das Geld gut investiert ist? Wird mir die Fortbildung etwas bringen?
Dazu habe ich für Sie die Checkliste Berufliche Weiterbildung erarbeitet, mit der Sie die Weiterbildung auf bestimmte Qualitätskriterien überprüfen können. Viel Erfolg!

Kennen Sie noch weiter Finanzierungsmöglichkeiten? Haben Sie gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht? Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen.

Finde auch du einen Job, den du liebst!

 

„Sich Freitag schon auf Montag freuen. Keinen Beruf haben, sondern eine Berufung. Freude finden, wo andere nicht einmal suchen.  Dein Job sollte mehr sein, als nur deine Arbeit. Ein Job sollte Leidenschaft, Passion und Freude bedeuten“
Die Jobbörse Stepstone hat einen schönen Werbefilm gemacht, der ausdrückt wie Arbeit eigentlich sein sollte. Sicherlich ist manches davon optimistisch gedacht, aber es ist auch viel Wahres dran.

Ich stimme dem absolut zu und kann nur sagen: So sollte Arbeit für Sie sein! Deshalb gibt es demnächst hier  im Jobtrainer-Blog eine Serie über den „Traumberuf“.