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Langzeitarbeitslose gehören in den Mittelpunkt!

Jobcoaches und TrainerInnen in Arbeitsmarktprojekten wissen es schon lange, jetzt scheint es auch in der Gesellschaft anzukommen: Langzeitarbeitslosigkeit ist ein ernstzunehmendes Problem, das noch viel zu wenig im Fokus steht.

Eine große Zahl von Menschen ist seit vielen Jahren langzeitarbeitslos. Laut einem Zeit-Artikel liegt die Anzahl bei über einer Million. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt dazu: „Große Metaanalysen und systematische Reviews zeigen, dass Langzeitarbeitslose ein mindestens verdoppeltes Risiko für psychische Erkrankungen, insbesondere Depression und Angststörungen, haben gegenüber erwerbstätigen Personen. Die Mortalität ist um das 1,6-fache erhöht. Arbeitslosigkeit scheint nicht nur Folge (Selektionseffekt), sondern auch Ursache (Kausalitätseffekt) für Erkrankungen zu sein.“ (Hervorhebungen von mir)

Dauerarbeitslosigkeit erzeugt die verschiedensten Probleme. Sie macht perspektivlos und unzufrieden und wirkt sich nicht nur negativ auf den Körper und die Psyche, sondern auch auf das Umfeld der Arbeitslosen aus. So kommt es häufig zu vielfältigen familiären Problemen.

Langzeitarbeitslose müssen wieder in den Fokus rücken
LupeEs sollte also ein wichtiges Ziel von Politik und Behörden sein, Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit herauszuholen. Doch lange wurde zu wenig gemacht. Der Spiegel stellt in dem Artikel „Die Vergessenen des Arbeitsmarktes“ fest: „Die Politik hat sich lange auf den Abbau der relativ kurzen Arbeitslosigkeit konzentriert. Langzeitarbeitslose hat sie hingegen vernachlässigt“. Gut, dass sich der Wind nun dreht. Der Leiter der Agentur für Arbeit, Detlef Scheele, will sich für Langzeitarbeitslose stark machen und wird in einem FAZ-Artikel wie folgt zitiert: “ ‚Wir haben einerseits eine so gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, wie ich sie seit der Wiedervereinigung nicht erlebt habe.‘ Und trotzdem gebe es Menschen in Deutschland, die sich trotz dieser Entwicklung subjektiv abgehängt fühlten. Ziel müsse es sein, beides zusammenzubringen und niemanden zurückzulassen – schon wegen des Fachkräftebedarfs, aber auch aus sozialpolitischen Erwägungen.“

Heinrich Alt, ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Agentur für Arbeit, hat ein Gutachten veröffentlicht, in dem er fordert “ vorzugsweise Langzeitarbeitslosen… attraktive und zielgenaue Maßnahmen anzubieten.“ Auch die Diskussion um das „Solidarische Grundeinkommen“ rückt die Gruppe der Langzeitarbeitslosen in den Fokus. Mehr Arbeitsangebote statt reiner Geldzahlungen sind hier die Überlegungen.

Mein Fazit: Es bewegt sich was! Und das ist gut, es muss sich was tun. Wir brauchen mehr zielgenaue Beratung, mehr attraktive Angebote, mehr kreative Projekte und mehr Engagement der Politik in diesem Bereich! Langzeitarbeitslose gehören nicht schamhaft in irgendein Projekt abgeschoben, sondern in die Mitte der Gesellschaft und vielleicht auch mal nach langen Jahren wieder in den Mittelpunkt.


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Arbeitslosigkeit macht krank!

Arbeitslos bleiben, eine Alternative?

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Videos für Jobcoaches auf YouTube!

Seit kurzem können Sie nicht nur von mir lesen, sondern auch Schulungsvideos von mir sehen! In meinen ersten zwei Videos stelle ich Ihnen die Basics für Jobcoaches und die 10 wichtigsten Jobbörsen für Arbeitsmarktprojekte vor.

Im Video zu den Basics für Jobcoaches zeige ich Ihnen, wie Sie ein wirksames Profiling erstellen. Zudem gehe ich auf ein erprobtes Konzept für die Jobakquise näher ein. Im Moment können Sie die Bascis für Jobcoaches noch hier kostenlos herunterladen.

In dem Video über die 10 wichtigsten Jobbörsen für Arbeitsmarktprojekte erhalten Sie eine Übersicht über Internet-Jobbörsen und Portale, die sich in meinen Arbeitsmarktprojekten bewährt haben. Ich erkläre Ihnen die Besonderheiten der Börsen und gehe auf jede näher ein.

Ich freue mich über Ihr Feedback zu den Videos hier auf dem Blog!

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„Es gibt Arbeit!“ jetzt komplett neu!

Es ist so weit: „Es gibt Arbeit!“, das Materialbuch für Arbeitsmarktprojekte, ist jetzt in komplett überarbeiteter neuer Auflage erschienen. Das Update ist auf 158 Seiten prall gefüllt mit Übungen, Arbeitsblättern, Checklisten und Anleitungen.

Sie finden im Materialbuch z. B.:

  • ein umfangreiches Profiling mit Fähigkeitsprofil, Kenntnisseübersicht, Werteprofil und Zielgruppenermittlung
  • umfassendes Material zur Jobakquise,  Internetrecherche, E-Mail-Bewerbung, Arbeitgeber-Ansprache
  • ein komplettes Motivationstraining mit vielen Übungen und Arbeitsblättern
  • spezielles Material für Jobcoaches und DozentInnen, z. B. zu den Themen Umgang mit Widerständen, Live-Trainings …
  • Sonderteil U25 mit ausführlichem Berufsinteressenprofil
  • Sonderteil 50Plus mit speziellem Training für berufserfahrene Jobsuchende

Mein Tipp: Testen Sie das Material doch mit den „Basics für Jobcoaches“, die auch einige der Arbeitsblätter des Materialbuchs beinhalten. Rechts neben diesem Blogartikel können Sie die Basics kostenfrei bestellen.

Einfacher Einsatz im Unterricht
Das E-Book „Es gibt Arbeit! Materialbuch für Arbeitsmarktprojekte“ ist im PDF-Format
erstellt – so lässt es sich einfach auf allen Geräten lesen. Die Arbeitsblätter können Sie im A4-Format ausdrucken und auch für die Beamer-Projektion einsetzen. Das Materialbuch eignet sich für alle Jobcoaches, AusbilderInnen und DozentInnen in Trainingsmaßnahmen, Vermittlungsprojekten oder Kursen für Berufsorientierung

01 Es gibt Arbeit Cover

Warum gibt es eine neue Version?
Ich habe den Fokus des Materialbuches nun noch stärker auf die Handhabung für Jobcoaches und TrainerInnen verlagert. Das Buch hat einige zusätzliche Arbeitsblätter dazubekommen, viele wurden aus der Praxis heraus inhaltlich überarbeitet. Freuen Sie sich zudem auf ein frisches Design! Der inhaltliche Schwerpunkt ist geblieben: Vermittlung in (passende) Arbeit für Teilnehmende in Arbeitsmarktprojekten, unabhängig von Herkunft, Qualifikationsniveau oder Alter.

Meine Beobachtung ist: Mit diesen Übungen, die in der Praxis entstanden sind und Schritt für Schritt vorgehen, wird die Atmosphäre und die Effektivität in Arbeitsmarktprojekten nachhaltig positiv beeinflusst!

Haben Sie Interesse am Materialbuch „Es gibt Arbeit“? Dann schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an! Telefon: 02327/79884 E-Mail: info@job-training.de