Was macht eigentlich ein Jobtrainer?

Nachdem ich die Frage „Was macht eigentlich ein Jobcoach?“ im Rahmen der Blogparade von Wibke Ladwig beantwortet habe, geht es jetzt weiter mit der nächsten Frage: „Was macht eigentlich ein Jobtrainer?“

Ein Jobtrainer arbeitet mit Gruppen, in dieser Hinsicht unterscheidet er sich vom Jobcoach, der eher Einzelberatung macht. Der Jobtrainer trainiert z. B. in einem bestimmten Berufsbereich oder er bereitet, wie in meinem Fall, auf die Arbeitsaufnahme vor. Als Trainer habe ich in den letzten Jahren häufig für die Jugendhilfe Essen gearbeitet.

Die Jugendhilfe Essen hat einen Schwerpunkt beim Berufseinstieg von arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren, dabei  geht es oft um die Integration von jungen Erwachsenen, die als schwierig und problematisch gelten. Besondere Projekte in diesem Zusammenhang sind GWA-PLUS mit aufsuchender Hilfe und intensiver Betreuung und das SchAu-Projekt für alleinerziehende Mütter und Väter.

Bei den Einsätzen in der Zielgruppe U25 habe ich viel Material zum Thema Ausbildung, Berufsberatung und Vermittlung erarbeitet und werde dies in den nächsten Wochen als eine Erweiterung meines E-Books „Es gibt Arbeit! So finden Sie Ihren Job“ herausbringen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen und beim Mitarbeiterteam für die gute Zusammenarbeit bedanken, von der ich viel profitiert habe und die ich nicht für selbstverständlich halte!

Was ist eigentlich mein Traumberuf?

Oft denken wir beim Thema Traumberuf sofort an Rockstars, Models und ähnlich schillernde Tätigkeiten, weil wir solche Berufe in den Medien präsentiert bekommen. Manche Menschen, besonders junge, entwickeln dann unrealistische Vorstellungen bezüglich der eigenen Berufswahl. Doch was ist für den Einzelnen wirklich der Traumberuf, der ihn zufrieden macht?

Meiner Überzeugung nach aber ist ein Traumberuf der Beruf, der am besten zu mir passt. Nicht der Job, den andere Menschen, die ich vielleicht bewundere, ausüben. .

Diese Definition macht es dann auch viel leichter an einen Traumberuf zu gelangen 😉
Ich habe für Sie drei Fragen entwickelt, mit denen Sie Ihren Traumberuf herausfinden können:

  • Was mache ich gern?
  • Was kann ich viele Jahre lang machen?
  • Worin möchte ich Experte werden?


Laden Sie sich hier kostenfrei das Arbeitsblatt im PDF-Format herunter
, beantworten Sie die Fragen in einer stillen Minute und schreiben Sie Ihre Antwort auf. Wenn Sie Ihren Traumjob herausfinden, trägt das erheblich zu Ihrem Wohlbefinden bei, Sie fühlen sich sozusagen am richtigen Platz. Und vielleicht stimmen Sie dann William Barclay zu, der einmal sagte:

„Es gibt zwei großartige Tage im Leben eines Menschen: Den Tag, an dem wir geboren wurden, und den Tag, an dem wir entdecken, wofür.“

Nur 14% der Arbeitnehmer sind zufrieden mit ihrem Job!

 

Nur 14% der Arbeitnehmer sind hoch motiviert und zufrieden mit ihrem Job. 23% haben sogar innerlich gekündigt. Das sind die Ergebnisse der neuesten Gallup-Umfrage. Warum ist das so?


Neben dem Fehlverhalten von Führungskräften, das die Studie klar als einen wichtigen Faktor herausarbeitet, stellt sich für mich die Frage, ob nicht auch viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einfach am falschen Platz sind.

Passt der Job zu meinen Fähigkeiten, meinem persönlichen Profil und meinen Interessen?
Diese Frage wird in Deutschland meiner Meinung nach zu wenig gestellt. „Ich habe einen Job und verdiene Geld, und alles andere ist mir egal“, diese Aussage höre ich immer wieder. Die Spätfolgen dieser Denkweise sind oft Dauerarbeitslosigkeit und gesundheitliche Schäden. Deshalb ist es wichtig, die Frage nach dem eigenen beruflichen Profil zu beantworten. Erst, wenn ich mein Profil kenne, kann ich sinnvoll nach dem nächsten Job suchen und Selbstmarketing betreiben – oder feststellen, dass mein momentaner Job der Richtige ist.

An dieser Stelle sind auch Berufsberater, Jobcoaches und Arbeitsvermittler gefragt. Diese sollten genaue Kenntnisse über Profiling, Fähigkeitsprofile, Kenntnisse, Werteprofile u. a. haben. Das Niveau in diesem Bereich lässt sich sicherlich noch steigern. Aber auch die Menschen, die eine neue Berufsrichtung suchen oder mit ihrer Situation unzufrieden sind, tragen Verantwortung. Man muss sich auch beraten lassen wollen! Da ist in unserem Land ein Wechsel der Denkweise und der Alltagspraxis notwendig. Es muss normal werden, bei Berufswahl oder Jobwechsel mal jemand zu fragen, der sich auskennt;-).

Was denken Sie zu dem Thema? Ich freue mich über Kommentare.

Reinhard Kröger