{"id":6894,"date":"2017-07-06T13:42:05","date_gmt":"2017-07-06T13:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=6894"},"modified":"2021-11-12T11:30:04","modified_gmt":"2021-11-12T11:30:04","slug":"7-000-km-fuer-einen-neuen-job-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=6894","title":{"rendered":"7.000 km f\u00fcr einen neuen Job!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Thomas Rohrmann arbeitet seit 30 Jahren im Vertrieb f\u00fcr die Lebensmittelindustrie, sowohl im Au\u00dfendienst als auch als\u00a0 Filial- und Bezirksleiter. Doch dann verl\u00e4ngert sein damaliger Arbeitgeber seinen Vertrag nicht mehr. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>100 Bewerbungen schickte er ab, doch er erhielt nur Absagen oder gar keine R\u00fcckmeldung. Da entschloss sich der 57-J\u00e4hrige, 7.000 km durch sieben L\u00e4nder quer durch Europa zu laufen, um auf sich und seine Situation aufmerksam zu machen. \u201eMich treibt eher die Wut als die Verzweiflung&#8220;, sagt er in einem Interview mit <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/arbeitslos-mit-57-bayer-will-7000-kilometer-laufen-um-job-zu-finden-a-1142698.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spiegel Online<\/a>. Mit seiner Wanderung wollte der Vertriebler nicht nur potentielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen, sondern auch eine Diskussion \u00fcber die Situation \u00e4lterer Arbeitnehmer starten.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat Thomas Rohrmann seine Wanderung beendet. Reinhard Kr\u00f6ger hat ihn im Interview gefragt, wie es weitergegangen ist und ob seine Aktion erfolgreich war.<\/p>\n<div id=\"attachment_6838\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6838\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6838 size-medium\" src=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/309ff120c88a8f5cd1fd22370e031e67ecc25af7image-2-280x300.jpg\" alt=\"309ff120c88a8f5cd1fd22370e031e67ecc25af7image (2)\" width=\"280\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/309ff120c88a8f5cd1fd22370e031e67ecc25af7image-2-280x300.jpg 280w, https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/309ff120c88a8f5cd1fd22370e031e67ecc25af7image-2.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><p id=\"caption-attachment-6838\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Rohrmann<\/p><\/div>\n<p><strong>Warum wollten Sie durch Europa wandern?<br \/>\n<\/strong>Ich wollte potentielle Arbeitgeber auf meine Situation aufmerksam machen und mich so auf Stellen bewerben, die gar nicht ver\u00f6ffentlicht wurden. Ich komme aus dem Vertrieb und dort ist es normal, wenn man sich etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches f\u00fcr die Akquise ausdenkt. Das war eine PR-Aktion in eigener Sache.<\/p>\n<p><strong>Welche Schwierigkeiten sehen Sie bei der Jobsuche 50Plus?<br \/>\n<\/strong>Viele Personaler und HR Leitungen gehen bei Bewerbungen ab 50 oftmals davon aus, dass hier keine Leistung mehr zu erwarten ist, die Bewerber oft krank werden oder nicht mehr lernf\u00e4hig sind. Sicherlich finden sie auch den Gehaltswunsch zu hoch, im Gegensatz zu dem von j\u00fcngeren Bewerbern. So fallen viele \u00e4ltere Bewerber durch das Raster und es kommt erst gar kein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch zustande. Viele Bewerber 50+ f\u00fchlen sich durch die vielen Absagen (oder ausbleibenden Antworten) unsicher oder im schlimmsten Fall \u00fcberfl\u00fcssig und minderwertig.<strong> Aber wie kann man denn beurteilen, ob ein \u00e4lterer Bewerber nicht doch geeignet ist, wenn man mit ihm noch nicht einmal gesprochen hat?<\/strong>\u00a0 Ein wenig mehr Offenheit und Neugierde bei den Entscheidern w\u00fcrde ich mir schon w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><strong>Wie waren die Reaktionen auf Ihre Ank\u00fcndigung, dass Sie 7.000 km f\u00fcr einen neuen Job laufen wollen?<br \/>\n<\/strong>Die Reaktionen waren geteilt. Meine Frau hat mich hier von der ersten Sekunde total unterst\u00fctzt und mir sehr geholfen. Viele meiner Freunde und\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bekannten konnten es erst gar nicht fassen, haben den Grund meiner Reise aber verstanden und mein Vorhaben voll unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Wie waren die ersten Tage Ihrer Wanderung?<\/strong><br \/>\nDie ersten Tage gingen schon sehr an\u00b4s Eingemachte. Mein Gep\u00e4ck und Equipment kam erst am n\u00e4chsten Morgen an und ich musste in einem Taxistand bei minus 5 Grad \u00fcbernachten. Dann fuhr ich nach Norwegen. Jeden Tag lief ich bis zu 35 Kilometer und schlug abends mein Zelt auf. Als es nicht mehr zu verantworten war, bei dieser K\u00e4lte meine Reise wie geplant fortzusetzen, entschied ich mich, nach einigen extrem kalten N\u00e4chten nach Deutschland zu fahren und von dort weiter zu machen. In Deutschland musste ich, kurz nachdem ich die Elbe erreicht hatte, abbrechen. Ich hatte starke Knieprobleme, und es war einfach zu kalt! Meine Gesundheit war mir dann wichtiger, da ich ja anschlie\u00dfend auch wieder arbeiten wollte.<\/p>\n<p><strong>Was geschah nach dem Ende der Reise?<br \/>\n<\/strong>Ich brauchte etwa eine Woche, um mit meinem \u201eScheitern\u201c fertig zu werden und die zahlreichen Mails von Menschen zu verarbeiten, die alles schon immer gewusst hatten, obwohl sie mich nicht\u00a0 kannten. Es gab zum Gl\u00fcck jedoch weit mehr positive Mails von Menschen, die es \u00e4hnlich sahen wie ich: <strong>Lieber etwas wagen und scheitern, als nichts zu wagen und sich nur zu beschweren. <\/strong>Nun hoffe ich, dass mein Knie wieder in Ordnung kommt und ich bald wieder beschwerdefrei Marathon laufen kann ;-).<\/p>\n<p><strong>Bekamen Sie, wie erhofft, Jobangebote?<br \/>\n<\/strong>Es gab sogar schon vor dem Start meiner Tour die ersten Stellenangebote, nachdem der Bericht bei Spiegel Online erschienen war. Es waren super Angebote, genau aus meinem Bereich. Und alle \u00a0kamen von den Gesch\u00e4ftsleitungen, das fand ich toll! Die Anfragen habe ich dann unterwegs von meinem Notebook aus beantwortet und gleich meine Bewerbungsunterlagen gesendet. <strong>Meine Aktion hat sich f\u00fcr mich auf jeden Fall gelohnt<\/strong>, da diese Unternehmen sonst gar nicht gewusst h\u00e4tten, dass ich eine Stelle suche!<\/p>\n<p><strong>Sie hatten jetzt schon einige Vorstellungsgespr\u00e4che. Wie ist der aktuelle Stand?<br \/>\n<\/strong>Im Moment bin ich mit vier Unternehmen im Gespr\u00e4ch und bei zwei Unternehmen bereits in den Vertragsverhandlungen. Das finde ich sensationell! Bei allen Gespr\u00e4chen geht es genau um meine Wunschposition. Nat\u00fcrlich hat sich bei mir schon ein Favorit herauskristallisiert. Ich gehe davon aus, dass ich mich den n\u00e4chsten 14 Tagen entscheiden werde. Dann habe ich endlich wieder eine neue Position, um meine Erfahrungen und meine Motivation gewinnbringend einsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welchen Rat w\u00fcrden Sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern \u00fcber 50 geben?<br \/>\n<\/strong>Ich habe unz\u00e4hlige Mails von Menschen bekommen, die in der gleichen Situation sind und teilweise total verzweifelt sind. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war der Weg an die \u00d6ffentlichkeit (nach einigen schweren Bedenken) der einzig machbare Weg &#8211; verkn\u00fcpft mit meiner Wanderung, auf die ich mich wirklich gefreut habe. <strong>Der Rat, den ich geben kann, ist sich nicht zu verkriechen und vielleicht einmal ungew\u00f6hnliche Wege zu gehen, die zu einem passen und authentisch sind.<\/strong> Dabei erscheint mir inzwischen der klassische Weg, auf Stellenangebote zu antworten, als reine Energie- und Zeitverschwendung. Viele Stellen werden ja gar nicht mehr \u00f6ffentlich gemacht. Viel sinnvoller ist es, die eigenen Kontakte zu nutzen, Networking zu betreiben und sich initiativ zu bewerben.<\/p>\n<p>Weitere Artikel zu diesem Thema:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=5000\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Es gibt im Job unterschiedliche Phasen!<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong><a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=4775\">Das Buch f\u00fcr 50Plus!<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Rohrmann arbeitet seit 30 Jahren im Vertrieb f\u00fcr die Lebensmittelindustrie, sowohl im Au\u00dfendienst als auch als\u00a0 Filial- und Bezirksleiter. Doch dann verl\u00e4ngert sein damaliger Arbeitgeber seinen Vertrag nicht mehr. \u00a0 100 Bewerbungen schickte er ab, doch er erhielt nur Absagen oder gar keine R\u00fcckmeldung. Da entschloss sich der 57-J\u00e4hrige, 7.000 km durch sieben L\u00e4nder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14342,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,12],"tags":[27,19],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6894"}],"collection":[{"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6894"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6894\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14347,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6894\/revisions\/14347"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}