{"id":6366,"date":"2017-01-02T08:09:36","date_gmt":"2017-01-02T08:09:36","guid":{"rendered":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=6366"},"modified":"2022-12-17T11:09:11","modified_gmt":"2022-12-17T11:09:11","slug":"vom-arbeitsvermittler-zum-jobcoach-trainer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=6366","title":{"rendered":"Vom Arbeitsvermittler zum Jobcoach-Trainer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie kam ich dazu, Trainer f\u00fcr andere Berater und Dozenten zu werden? Dazu hat mich Sarah Kr\u00f6ger, Journalistin und Projektmanagerin aus Berlin, interviewt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie bist du Coach f\u00fcr Jobcoaches geworden?<br \/>\n<\/strong>Ich habe zu Anfang meiner T\u00e4tigkeit als Jobcoach und Dozent festgestellt, dass es wenig Material gab, das ich in Arbeitsmarktprojekten einsetzen konnte. Also fing ich an, eigenes Material zu entwickeln. Andere Coaches und Trainer haben mich immer wieder gefragt, ob ich noch Material habe: \u201eIch bin mit meinem Stoff am Ende, hast du noch Ideen f\u00fcr \u00dcbungen?\u201c. Es ergab sich dann, dass ich KollegInnen in der Kaffeepause beriet. Sie kamen auf mich zu, weil sie wussten, dass ich mehr Berufserfahrung hatte und dass ich viel Schulungs-Material erarbeitet hatte. Sp\u00e4ter wurde ich dann zur Einarbeitung von neuen Kolleginnen und Kollegen bei Bildungstr\u00e4gern eingesetzt. So entwickelte sich meine Beratungst\u00e4tigkeit aus der Praxis heraus.<\/p>\n<p><strong>Wann hast du angefangen, dein eigenes Material zu entwickeln?<br \/>\n<\/strong>Relativ schnell, nach einer gr\u00fcndlichen Material-Suche, zum Beispiel in B\u00fcchereien. Ein Schl\u00fcsselerlebnis war, als ich an einem Unterrichtstag f\u00fcr 4 Stunden eingeteilt war und sich pl\u00f6tzlich herausstellte, dass ich doch 8 Stunden unterrichten sollte. Ich merkte: \u201eOh, ich brauche noch mehr Material!\u201c. Also suchte ich nach praxis- und vermittlungsorientierten \u00dcbungen, die ich f\u00fcr meine Arbeit einsetzen konnte. Ich landete schnell bei internationalen Quellen, weil es damals, vor \u00fcber zwanzig Jahren, auf dem deutschen Markt noch nicht viel gab. Aus diesen Quellen entwickelte ich dann \u00fcber die Jahre mein Schulungs-Material \u201eEs gibt Arbeit!\u201c.<\/p>\n<p><strong>Was ist das Besondere daran?<br \/>\n<\/strong>Mein Schulungs-Material ist arbeitsmarkt-, vermittlungs- und praxisorientiert. Es ist nachhaltig, denn es geht nicht nur darum, in ein n\u00e4chstes Arbeitsverh\u00e4ltnis zu vermitteln, sondern um eine ganzheitliche Berufswegberatung. Das Material ist verst\u00e4ndlich und auch f\u00fcr Leute mit weniger guten Schulabschl\u00fcssen geeignet. Es ist strukturiert und geht Schritt f\u00fcr Schritt vor. Und es hat in der Vergangenheit hohe Vermittlungsquoten generiert.<\/p>\n<p><strong>Wie bist du auf die Idee gekommen, die Unterrichts-Materialien anderen Jobcoaches zur Verf\u00fcgung zu stellen?<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6423 alignright\" src=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Reinhard-Kr\u00f6ger-Training-3.jpg\" alt=\"\" width=\"336\" height=\"448\" srcset=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Reinhard-Kr\u00f6ger-Training-3.jpg 336w, https:\/\/jobtrainer-blog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Reinhard-Kr\u00f6ger-Training-3-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 336px) 100vw, 336px\" \/><\/strong><br \/>\nEines Tages kam ich in einen meiner Kurse, packte meine dicke Mappe mit Arbeitsbl\u00e4ttern aus und fing an zu unterrichten. Die Teilnehmer beschwerten sich bald: \u201eDas kennen wir doch schon alles!\u201c. Ich war verwundert, denn <em>dieses<\/em> Material konnten sie gar nicht kennen. Das hatte ich ja selbst entwickelt! <strong>Der Schluss lag nahe, dass andere Dozenten ohne Absprache mit mir mein Material kopiert hatten und in ihren Kursen einsetzten!<\/strong> Bei Nachforschungen stellte sich genau das heraus. Als das \u00f6fters passierte, bekam ich die Idee, mein Material auch anderen Jobcoaches und Dozenten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Daraus entstanden dann dies Blog, das<span style=\"color: #000080;\"><strong>Materialbuch f\u00fcr Arbeitsmarktprojekte<\/strong><\/span>und das <a href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?page_id=8608\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Online-Training f\u00fcr Jobcoaches<\/strong><\/span>.<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Wie unterscheidet sich das Jobcoaching in Arbeitsmarktprojekten von einer klassischen Karriereberatung?<br \/>\n<\/strong>Klassische Karriereberatung ist in der Regel hochpreisig und wendet sich oft an Akademiker. Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen und auch weniger gut qualifizierte Menschen werden durch sie \u00fcberhaupt nicht angesprochen oder erreicht. Sie k\u00f6nnen oder wollen die Beratungshonorare von Karriereberatern nicht bezahlen. Aber auch diese Zielgruppe braucht qualifizierte, auf sie zugeschnittene Angebote!<\/p>\n<p><strong>Und was f\u00fcr Qualifikationen braucht ein Jobcoach in Arbeitsmarktprojekten deiner Erfahrung nach?<br \/>\n<\/strong>Jobcoaches bringen nicht zwangsl\u00e4ufig einen p\u00e4dagogischen Hintergrund mit. Sie haben zum Beispiel Betriebswirtschaft oder Geographie studiert oder sind HandwerksmeisterIn. Daher ben\u00f6tigen sie neben ihrer Grund-Ausbildung und ersten Berufserfahrung auch eine Fortbildung in der Einzelfall- oder Gruppenberatung. Idealerweise haben sie dann noch eine spezielle Schulung zum Jobcoach gemacht. <strong>Ein Jobcoach muss zudem mit Widerst\u00e4nden umgehen k\u00f6nnen und stressresistent sein. Wichtig ist, dass er gut motivieren kann und l\u00f6sungsorientiert arbeitet,<\/strong> das hei\u00dft sich auf m\u00f6gliche L\u00f6sungen und nicht auf die Defizite des Ratsuchenden konzentriert. Denn im Jobcoaching geht es immer darum, Menschen zu motivieren, neue Wege zu gehen<\/p>\n<p><strong>Du bist seit \u00fcber 20 Jahren Jobcoach und sprichst viel \u00fcber Motivation. Welche Erfahrungen motivieren dich besonders?<br \/>\n<\/strong>Immer wieder kommen Teilnehmende auf mich zu und sagen: \u201eJetzt wei\u00df ich endlich, was ich beruflich machen soll!\u201c. Sie erz\u00e4hlen dann, dass sie schon in mehreren Job-Ma\u00dfnahmen und Projekten beraten wurden, aber bisher nie dieses \u201eAha-Erlebnis\u201c hatten. Das freut mich nat\u00fcrlich sehr! Einmal berieten wir einen Teilnehmer nach \u00fcber zehn Jahren der Arbeitslosigkeit. Er war Tischler, war zwischendurch nicht sesshaft und hatte ein Alkoholproblem. Doch dann konnten wir ihn als Forstarbeiter vermitteln! Diese Erlebnisse best\u00e4tigen mir, dass ich das Richtige tue.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00f6chtest du anderen Jobcoaches noch mit auf den Weg geben?<br \/>\nSeien Sie authentisch<\/strong> und schlagen Sie z.B. nur Dinge vor, die Sie auch selbst machen w\u00fcrden. Lassen Sie sich auf den Ratsuchenden ein und nehmen ihn als Person ernst. Das Ernstnehmen erleichtert die Beratung massiv und wird auch von der \u00fcberwiegenden Anzahl der Ratsuchenden honoriert. TeilnehmerInnen beobachten und analysieren Berater ganz genau. Sie wollen wissen: \u201eWas ist das f\u00fcr ein Mensch? Was ist ihm wichtig? Wie denkt er wirklich \u00fcber mein Anliegen?\u201c<\/p>\n<p><strong>Lesen Sie hier den ersten Teil der Geschichte <a href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=2305\">\u201e<\/a><span style=\"color: #000080;\"><a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=2305\">Vom Arbeitssuchenden zum Arbeitsvermittler<\/a><\/span><a href=\"https:\/\/jobtrainer-blog.de\/?p=2305\">\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kam ich dazu, Trainer f\u00fcr andere Berater und Dozenten zu werden? Dazu hat mich Sarah Kr\u00f6ger, Journalistin und Projektmanagerin aus Berlin, interviewt. Wie bist du Coach f\u00fcr Jobcoaches geworden? Ich habe zu Anfang meiner T\u00e4tigkeit als Jobcoach und Dozent festgestellt, dass es wenig Material gab, das ich in Arbeitsmarktprojekten einsetzen konnte. 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