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Wie lange reicht das Schulungsmaterial?

Ich habe schon häufiger in längeren Arbeitsmarktprojekten unterrichtet oder beraten, unter anderem in siebenwöchigen Trainingsmaßnahmen. Vor ein paar Wochen fragte mich ein Jobcoach-Kollege, wie lange er denn mit meinem Material „Es gibt Arbeit!“ wohl schulen und coachen könnte.

Er soll in einem Vermittlungsprojekt vier Monate lang zu den Themen Berufsorientierung und Jobsuche unterrichten! Mein Material reicht zwar einige Wochen, aber nicht für einen viermonatigen Vollzeitkurs. Wenn Sie vor der Herausforderung stehen, einen mehrmonatigen Kurs mit den gleichen Teilnehmenden zu unterrichten, gibt es noch weitere Optionen, die ich Ihnen hier einmal aufliste.

  1. Sie können mit dem Buch „In 90 Tagen aus der Arbeitslosigkeit!“ und den enthaltenden Aktionsvorschlägen weitere Unterrichts-/Beratungsstunden gestalten.
  2. Sie können die Materialien in  Hesse/Schrader: Training Lebenslauf mit der Gruppe bearbeiten.
  3. Sie können Motivationsfilme einsetzen, z.B. Am Limit und Steve Jobs.
  4. Konkrete Jobakquise in „Live-Trainings“ ist effektiv und braucht viel Zeit!
  5. Sie können besondere Projekte starten, um soziale und kreative Kompetenzen und gesundheitliche Fitness zu fördern. Für U25- Arbeitsmarktprojekte habe ich hier mal einige Möglichkeiten aufgeführt. Für andere Altersgruppen können Sie die Möglichkeiten anpassen: z.B. Erstellen und Halten einer Präsentation, Übung von Gehaltsverhandlungen, Trainieren von Vorstellungsgesprächen mit Hilfe von Videoaufnahmen…

Wenn Sie weitere Vorschläge haben, schreiben Sie doch bitte einen Kommentar und lassen Sie es mich wissen.

Wie motiviere ich Gruppen?

Als Dozent oder Berater in Arbeitsmarktprojekten stehen Sie oft vor der Herausforderung, Gruppen zu motivieren. In dem vergnüglichen und kompetenten Buch „Der Fisch stinkt vom Kopf“ von Hein Hansen, können Sie lesen, was alles dazu gehört:

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  • Um andere motivieren zu können, müssen Sie selbst motiviert sein!
  • Sie vermitteln gemeinsame Bindung an das Ziel!
  • Sie kennen Ihre Teilnehmer-Typen!
  • Sie nutzen sportlichen Ehrgeiz für Ihr Projekt!
  • Sie nutzen die grundsätzlichen Bedürfnisse Ihrer Teilnehmer nach Sicherheit und Geborgenheit, Anerkennung und Selbstachtung!
  • Sie erzeugen Flow-Erfahrungen, d.h. Teilnehmer bewegen sich in dem positiven Korridor zwischen Unterforderung und Überforderung!
  • Sie haben Ziele gesetzt!
  • Frust kann abgebaut werden, besonders am Anfang!
  • Vermitteln Sie Ihren Teilnehmern den Dreiklang der Motivation: Ich will, ich kann, ich darf!
  • Übrigens: Ein Seminarraum mit angenehmer Atmosphäre wäre auch gut!

Ich empfehle das Buch allen Menschen, die sich über Motivation von Einzelnen und Gruppen Gedanken machen.

Zum Schluss des Buches wird der Fußball-Philosoph Adi Preißler mit seinen berühmten Worten zitiert:

„…entscheidend ist auf dem Platz!“.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Mit besten Wünschen für Ihre Praxis,
Reinhard Kröger

PS: Hier noch zwei weitere Artikel zum Thema:
Echt sein, wichtig für den Beratungserfolg und Gedankenlawinen sind Motivationskiller


Infos zum Buch: Hein Hansen, Der Fisch stinkt vom Kopf, 272 Seiten, books4success
ISBN: 9783864701344

 

Live-Trainings sind besonders wirksam!

Oft wird in der Öffentlichkeit über die Wirksamkeit von Arbeitsmarktprojekten diskutiert: Sind diese wirklich effektiv? Verhelfen sie Menschen zu Jobs? Oder sitzen die Teilnehmenden nur zusammen und hören sich Theorien über Bewerbungsstrategien an?

Bei theorielastigen Job-Seminaren passiert nach Ende des Seminars oft sehr wenig. Das kann sich ändern, wenn Live-Trainings in den Seminaren eingesetzt werden. In Projekten, in denen ich Live-Trainings verwende, arbeitet die Gruppe an der Lösung der realen Probleme der Gruppenmitglieder. Zum Beispiel erstellen die Teilnehmenden im Kurs Bewerbungsunterlagen für konkrete Jobs und verschicken sie gleich danach als E-Mail.
Sie kontaktieren während der Unterrichtszeit telefonisch Arbeitgeber oder fahren zu Vorstellungsgesprächen. Vorbereitende Schulungen (wie Telefontrainings) werden gleich danach unter Anleitung in die Praxis umgesetzt. So werden Anfangsängste, Scheu vor Selbstmarketing oder praktische Probleme (wie z. B. Internetzugang, Sicherung der Daten, funktionierender Drucker usw.) leichter überwunden.

Voraussetzungen dafür sind unter anderem ein Raum mit Rechnern und Internetzugang, Tischen und Stühlen für Gruppengespräche und Einzelarbeit. Um ungestört Telefonate zu führen zu können, ist ein zusätzlicher Raum erforderlich. Fahrten zu Bewerbungsgesprächen sind natürlich mit dem Bildungsträger und dem Jobcenter/ der Arbeitsagentur abzusprechen.

Das sollten Sie bei einem Live-Training beachten:

  • Motivieren und ermutigen Sie die Teilnehmer.
  • Fehler machen und ausprobieren ist erlaubt!
  • Reflektieren Sie gemeinsam nach Niederlagen/Absagen: Was können wir noch anders/besser machen? Wie ist die Reaktion des Arbeitgebers zu verstehen?
  • Und dann weiter mit dem nächsten Versuch!

Weitere Artikel zu diesem Thema:
Jobkaquise ist Verkauf!
Wichtig: Die Marketing-Pipeline!
360 Grad-Jobsuche

Gedankenlawinen sind Motivationskiller

Von „Es geht mir nicht gut“ zu „Das wird ganz schlimm enden“: Gedankenlawinen hindern die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.

Ein Hindernis für die Verbesserung Ihrer Arbeits- und Lebenssituation können Gedankenlawinen sein. Sie entstehen aus negativen Gedanken, die wir häufig wiederholen und die sich dann vergrößern – genau wie ein kleiner Schneeball zu einer großen Lawine werden kann.

Hier ein Beispiel für einen negativen Gedanken-Verlauf:
Es geht mir nicht gut >> Ich habe jetzt einen wichtigen Termin, ich schaffe den nicht>> Ich schaffe nie was>> Das wird alles ganz schlimm enden… Sich immer wiederholende und vergrößernde, negative Gedankenketten sind ein häufig zu beobachtender Störfaktor in Bewerbungsphasen, in beruflichen Umbruchsituationen, bei einer Existenzgründung und bei fast jedem Jobwechsel.

Nach Albert Ellis, einem Pionier der kognitiven Psychologie, müssen wir uns solche Gedankenketten genau ansehen: Sind das Tatsachen, die ich da denke und weiterspinne, oder Vermutungen? Motivieren mich solche Gedanken? Sind sie eher hinderlich? Kann ich sie abstellen und wie?

Zum Durchchecken von Gedankenketten hilft ein von mir entwickeltes Arbeitsblatt, das ich Ihnen gerne zur Verfügung stelle. Langfristig sollten Sie sich auch die Frage beantworten, welche Gedankenketten häufig vorkommen und was das z. B. mit Ihrer eigenen Biographie zu tun hat. Das sprengt aber natürlich den Rahmen der beruflichen Beratung.
Wichtig ist, dass Sie Gedanken-Lawinen als solche erst einmal identifizieren, damit Sie sie auf die Dauer stoppen können. So finden Sie auch wieder Ihre Motivation zurück.

Motivation bei der Jobsuche behalten!

In den meisten Bundesländern sind noch Sommerferien – Zeit für viele in den Urlaub zu fahren! Was machen Sie wenn bald der erste Tag naht, an dem Sie sich wieder intensiv mit der Suche nach Arbeit beschäftigen müssen?

Hier finden Sie die wichtigsten Tipps zur Motivation bei der Jobsuche:

  1. Nicht aufgeben: „Geben Sie nie, nie, niemals auf!“ heißt das Churchill Prinzip, und er hat recht!
  2. Absagen akzeptieren, aber nicht als Niederlage sehen: Dieser eine Arbeitgeber will Sie nicht!
  3. Realistische Ziele haben: Bestimmen Sie Ihr Job-Profil und machen Sie eine Zielgruppenermittlung!
  4. Halten Sie sich fit: Körperliche Fitness ist die Voraussetzung für jeden Job und für die Jobsuche!
  5. Suchen Sie sich einen Coach oder Mentor!
  6. Lesen Sie motivierende Literatur, z.B. In 90 Tagen aus der Arbeitslosigkeit!
  7. Gehen Sie zu Tagungen und Jobmessen!

Welche Motivations-Tipps haben Ihnen geholfen? Ich freue mich auf weitere Ideen und Beispiele von Ihnen als Kommentar.