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7 Faktoren einer erfolgreichen Vermittlungsquote!

Oft stellt sich in Arbeitsmarktprojekten die Frage: Welche Faktoren beeinflussen den Vermittlungserfolg?

Gute Vermittlungsquoten hängen von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Den Vermittlungserfolg beeinflussen vor allem:

  1. der/die TrainerIn/BeraterIn in einer Maßnahme
  2. das Konzept des Projekts
  3. der Bildungsträger/Träger der Veranstaltung
  4. die Teilnehmenden
  5. die Wirtschaftslage und der Arbeitsmarkt
  6. der Auftraggeber des Arbeitsmarktprojektes
  7. die politischen Rahmenbedingungen

Welcher dieser Faktoren beeinflusst eine Vermittlungsquote am stärksten?
Das ist nicht einfach zu beantworten. Untersuchungen decken in der Regel nur Teilbereiche ab. Es gibt aber Faktoren, die Sie ganz konkret beeinflussen können, das sind die ersten vier Punkte. Für diese Punkte habe ich Ihnen eine praxisorientierte Checkliste erstellt.

1. Der Berater/die Beraterin

2. Konzept des Projekts

  • fühlt es sich an wie Schule?
  • gibt es nur Unterricht oder auch Aktionsphasen?
  • gibt es aktive Jobakquise und Kontakt zu Firmen?
  • passen die Unterrichts- und Arbeitszeiten zur Leistungsfähigkeit der Zielgruppe?
  • ist geeignetes Material vorhanden?

3. Bildungsträger/Träger der Veranstaltung

  • flexible Organisation beim Träger?
  • pfiffige Auftaktveranstaltung?
  • sind die Räume freundlich und geeignet?
  • gibt es ein schlüssiges Vermittlungskonzept?
  • können Jobcoaches und Dozenten ihre Vorschläge einbringen?
  • wird Teambuilding der Berater und Dozenten ermöglicht?

4. TeilnehmerInnen des Arbeitsmarktsprojekts

  • geeignete Teilnehmerauswahl (werden Standards eingehalten, z.B. EDV-Grundkenntnisse, Sprachkenntnisse)?
  • halbwegs homogene Teilnehmergruppen?
  • sind Motivationsanreize für TeilnehmerInnen gegeben?
  • wird ein respektvoller Umgang mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern gepflegt?

Ich freue mich über Kommentare und Anregungen. Welchen der Bereiche soll ich Ihnen noch genauer beschreiben? Sagen Sie es mir!

Mit Grüßen von der Ruhr, Reinhard Kröger

Live-Trainings sind besonders wirksam!

Oft wird in der Öffentlichkeit über die Wirksamkeit von Arbeitsmarktprojekten diskutiert: Sind diese wirklich effektiv? Verhelfen sie Menschen zu Jobs? Oder sitzen die Teilnehmenden nur zusammen und hören sich Theorien über Bewerbungsstrategien an?

Bei theorielastigen Job-Seminaren passiert nach Ende des Seminars oft sehr wenig. Das kann sich ändern, wenn Live-Trainings in den Seminaren eingesetzt werden. In Projekten, in denen ich Live-Trainings verwende, arbeitet die Gruppe an der Lösung der realen Probleme der Gruppenmitglieder. Zum Beispiel erstellen die Teilnehmenden im Kurs Bewerbungsunterlagen für konkrete Jobs und verschicken sie gleich danach als E-Mail.
Sie kontaktieren während der Unterrichtszeit telefonisch Arbeitgeber oder fahren zu Vorstellungsgesprächen. Vorbereitende Schulungen (wie Telefontrainings) werden gleich danach unter Anleitung in die Praxis umgesetzt. So werden Anfangsängste, Scheu vor Selbstmarketing oder praktische Probleme (wie z. B. Internetzugang, Sicherung der Daten, funktionierender Drucker usw.) leichter überwunden.

Voraussetzungen dafür sind unter anderem ein Raum mit Rechnern und Internetzugang, Tischen und Stühlen für Gruppengespräche und Einzelarbeit. Um ungestört Telefonate zu führen zu können, ist ein zusätzlicher Raum erforderlich. Fahrten zu Bewerbungsgesprächen sind natürlich mit dem Bildungsträger und dem Jobcenter/ der Arbeitsagentur abzusprechen.

Das sollten Sie bei einem Live-Training beachten:

  • Motivieren und ermutigen Sie die Teilnehmer.
  • Fehler machen und ausprobieren ist erlaubt!
  • Reflektieren Sie gemeinsam nach Niederlagen/Absagen: Was können wir noch anders/besser machen? Wie ist die Reaktion des Arbeitgebers zu verstehen?
  • Und dann weiter mit dem nächsten Versuch!

Weitere Artikel zu diesem Thema:
Jobkaquise ist Verkauf!
Wichtig: Die Marketing-Pipeline!
360 Grad-Jobsuche

Wie erkenne ich Firmen, die zu mir passen?

Bei der Jobsuche und der beruflichen Neuorientierung stellt sich häufig die Frage: Soll ich mich genau bei diesem Unternehmen bewerben? Passt diese Firma zu mir, meiner Weltanschauung und meinem Profil? Ist die Schnittmenge zwischen den Werten des Unternehmens und meinen Vorstellungen hoch genug, damit eine erfolgreiche und auch längere Zusammenarbeit möglich ist?

Theoretisch ist das ganz einfach: Sie überlegen sich, welche Werte Ihnen wichtig sind,  schauen sich das Werteprofil des Personal suchenden Unternehmens an und wenn Sie große Übereinstimmungen feststellen, dann passt es und Sie bewerben sich. Für umweltbewegte Menschen kommen z.B. ökologisch orientierte Unternehmen infrage, für sehr kreative Menschen kreative Agenturen etc.

In der Praxis ist es, wie immer ;-), ein wenig komplizierter, und es erfordert eine Menge Feinarbeit. Wie stellen Sie denn die Werte eines Unternehmens fest? Und wie bekommen Sie selbst einen Überblick über Ihre grundlegenden Anschauungen?

1. Fangen wir mit dem Unternehmen an: An welchen Merkmalen können Sie die Unternehmenswerte erkennen?
In ihrem Buch Karriere-DNA beschreibt Carmen Schön, an welchen äußeren Merkmalen man die Werte eines Unternehmens erkennt:

  • Stil der Webseite
  • Art der Mitarbeitersuche
  • Wahl des Firmengebäudes
  • Empfang
  • Kleidung der Mitarbeiter
  • Ausstattung der Räume
  • Stil der Kommunikation

Ich habe in diesem Zusammenhang ein Raster erstellt, in dem man verschiedene Unternehmenstypen miteinander vergleichen kann. Sie können es hier gerne downloaden. Mithilfe dieser Übersicht und Ihrer Beobachtungen kommen Sie zu einer Einschätzung des Unternehmens, über das Sie sich informiert haben.

2. Und nun sind Sie an der Reihe: Erarbeiten Sie mit Hilfe der folgenden Übung Ihr Werteprofil und vergleichen Sie anschließend das Ergebnis mit dem Firmenprofil.

Fazit: Es lohnt sich, über die Vereinbarkeit Ihrer Grundwerte mit dem jeweiligen Firmenprofil etwas länger nachzudenken. Je besser die beiden Seiten zueinander passen, desto zufriedenstellender verläuft in der Regel das Arbeitsverhältnis.

 

Basiswissen für Jobcoaches

Was sind eigentlich die grundsätzlichen Standards für eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung? In diesem Artikel fasse ich für Sie die wichtigsten Punkte einmal zusammen.

Wer erfolgreich in Arbeit vermitteln möchte, sollte vor allem drei Dinge besonders beachten:

1. Erfolgreiche Arbeitsvermittlung setzt ein sauber erhobenes Job-Profil voraus!
Ein Job-Profil besteht aus den Fähigkeiten, Kenntnissen, Werten) und der körperlichen Eignung des Arbeitssuchenden. Die körperliche Eignung erfährt der zu Vermittelnde durch eine arbeitsmedizinische Untersuchung, die Fähigkeiten und Kenntnisse können Sie mit Hilfe der jeweiligen Arbeitsblätter ermitteln.

2. Erfolgreiche Arbeitsvermittlung benötigt eine präzise Zielgruppenermittlung!
Eine korrekte Zielgruppenermittlung ist meiner Ansicht nach das Kernstück des Beratungsprozesses. Wenn sauber geklärt ist, welche Unternehmen und Branchen für den Jobsucher überhaupt in Frage kommen, wird der Weg zur Jobvermittlung wesentlich einfacher. Die Zielgruppenermittlung wird vom zu Vermittelnden ausgefüllt oder Sie füllen sie mit ihm zusammen aus.

3. Erfolgreiche Arbeitsvermittlung benötigt konsequente Jobakquise!
Nun erst können Sie sinnvolle Jobakquise betreiben: Durchsuchen Sie alle relevanten Internetbörsen, Branchenbücher (z.B. bei meinestadt), sprechen Sie Betriebe an, zu denen Sie Kontakt haben (z. B. ehemalige Praktikumsbetriebe…), machen Sie telefonische Anfragen etc.

Mehr zu diesen Themen in den kostenfreien Basics für Jobcoaches.

 

Jobakquise ist Verkauf!

In meinen Seminaren für Bildungsträger und Transfer-Firmen werde ich häufig zum Thema Jobakquise befragt. Wie kommen wir an die passenden Jobs für Teilnehmende von Projekten? Meine Philosophie in diesem Zusammenhang ist sehr einfach: Jobakquise ist Verkauf und unterliegt damit denselben Gesetzmäßigkeiten wie jede Verkaufstätigkeit!

Zum Thema Verkauf wurden schon jede Menge Bücher geschrieben, wie z. B. das Buch „Umsatz extrem“ von Dirk Kreuter, einem der bekanntesten Verkaufstrainer Deutschlands. Dirk Kreuter kommt aus dem Vertrieb und liefert uns eine Menge Gedanken und praktische Vorgehensweisen, auch für die Jobakquise. Einige davon habe ich für Sie hier aufgelistet:

  1. Der Kuchen ist groß. (Es gibt also eine Menge Jobs!)
  2. Welche Unternehmen sind A-, B-, C-Kunden? (Welche Ihrer Kontaktunternehmen stellen wirklich Menschen aus Ihren Projekten ein?)
  3. Was entgeht Ihren Kontaktunternehmen, wenn sie Ihr Angebot nicht annehmen (=keine Projektteilnehmer einstellen)?
  4. Die Genauigkeitsfalle: Warum Ihre Bewerber nicht optimal sein müssen!
  5. Die Folgen der Faulheit: Warum Sie Akquise nicht nebenbei betreiben können
  6. Warum man Firmen auch aussortieren muss!
  7. Individuelle Lösungen für Angebote an Unternehmen
  8. Absagen einstecken (Das Prinzip der extremen Schmerzfreiheit)

Dirk Kreuter schreibt „ohne Filter“ und bringt Sie auf neue Ideen zum Verkauf, lässt Sie Ihre bisherige Praxis überdenken und empfiehlt interessante Strategien.

Fazit: Sie müssen nicht alles so durchführen, wie Dirk Kreuter es vorschlägt, aber Sie können viel von ihm lernen. Wenn Sie wissen wollen, was erfolgreiche Akquise mit Richard Gere zu tun hat, dann lesen Sie dieses Buch😉.

Dirk Kreuter, Umsatz extrem, Linde Verlag, Wien 2013,
gebundene Ausgabe: 232 Seiten, 19,90 €

ISBN-10: 370930511X
ISBN-13: 978-3709305119