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10 gute Zitate für das Jobcoaching!

Im Unterricht mit Jobsuchenden oder in der Beratung nutze ich gerne Zitate von berühmten und nicht so berühmten Menschen über Ziele, Kreativität und Problemlösungen.

Diese Zitate können Ihr Gegenüber motivieren und enthalten oft einen neuen Gesichtspunkt. Hier ein paar gute Beispiele:

“Es kommt nicht darauf an, wo Sie beginnen, sondern wo Sie ankommen.“ nach Ian Matthews

„Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen, war vor vierzig Jahren. Der zweitbeste ist heute.“ Sprichwort gefunden bei Symington/Jackman/Howe

„Es gibt zwei großartige Tage im Leben eines Menschen: den Tag, an dem wir geboren wurden, und den Tag, an dem wir entdecken, wofür.“ William Barclay

“Ich bin ein alter Mann und habe viel Schreckliches erlebt, aber zum Glück ist das meiste davon nie eingetroffen.” Mark Twain

„Es zählt am Ende nicht, was die Leute von dir denken. Es zählt am Ende nur, wer du bist.“ Utz Claasen

„Wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht wirklich will, sucht Gründe.“  nach Harald Kostial

„Die wichtigen Spiele entscheiden sich im Kopf.“ Boris Becker

„Wenn du anderen helfen willst, werde Vorgesetzter.“ Clayton M. Christensen

“Das Glück bevorzugt die vorbereitete Person.” nach Louis Pasteur

„Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ Seneca

Dies ist übrigens der 100. Artikel im Jobtrainer-Blog. Herzlichen Dank an die vielen Leserinnen und Leser, die das Blog verfolgen und an Sarah und Ursula in unserem Team.

360 Grad Jobsuche

„Internet-Recherche – schön und gut, aber ich finde da nichts“, höre ich immer wieder von Teilnehmenden in Arbeitsmarktprojekten.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Arbeitssuchenden kennen oft nicht alle Jobbörsen und suchen häufig nur nach klassischen Berufsbildern. In diesem Fall kann es helfen, wenn Sie mit der ganzen Gruppe im EDV-Raum unter Anleitung die relevanten Jobbörsen durchsuchen.

Eine einfache Methode, Stellen im nahen Umkreis zu finden, die ihren Teilnehmenden sonst vielleicht nicht aufgefallen wären, möchte ich im Folgenden vorstellen:
Sie suchen in einer 360-Grad-Jobsuche alle Jobs an einem Ort in einer Börse. Ich schlage für diese Aktion die Jobbörse indeed vor. Und so gehen Sie vor:
Tragen Sie bei indeed eine Stadt ein, in unserem Beispiel die Stadt Marl, stellen Sie die Entfernung zuerst auf 0 km. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels waren hier 164 Jobs zu finden. Diese 164 Jobs können Sie in der Gruppe sicherlich ohne zu großen Aufwand durchsuchen und gemeinsam besprechen.
Ihre Teilnehmenden bekommen nun ein Gefühl dafür, was in der jeweiligen Region los ist und welche Arbeitsmöglichkeiten überhaupt vorhanden sind. Natürlich fallen bei der Auswertung eine Reihe Jobs als nicht interessant heraus, weil sie nicht zu den Profilen der Gruppenteilnehmenden passen. Übrig bleiben dann häufig Ergebnisse, die gut brauchbar sind.

Diese Herangehensweise hat den Vorteil, dass die Arbeitssuchenden sich nicht auf einige wenige „Suchbegriffe“ konzentrieren, die sie im Kopf haben, sondern auch für andere Tätigkeiten offen werden. Außerdem bekommen alle Beteiligten eine Übersicht, welche Arbeitgeber in der Region überhaupt Arbeitskräfte suchen.

Der nächste Schritt ist nun die Ansprache von möglichen Arbeitgebern, das Herstellen von Kontakten und ggf. die Vereinbarung von Vorstellungsterminen …
Dazu habe ich einem weiteren Artikel zum Thema „Live-Trainings“ mehr geschrieben.

Nutzen Sie das Schutzschild-Prinzip!

„Das bringt doch alles nichts!“, „Ich kann das nicht!“ – Wenn Teilnehmende in Arbeitsmarktprojekten mit Abwehr reagieren, müssen wir Dozenten oft erst einmal schlucken.

Immer wieder gibt es Situationen, in denen die (nicht immer freiwillig teilnehmenden) Personen im Kurs mit Widerstand reagieren: Allgemeine Unlust, wenig Vertrauen zu den jeweiligen Bezugspersonen und massive Unzufriedenheit mit bisherigen Maßnahmen oder Beratern schlagen einem entgegen. Negatives Erleben von Lernsituationen, Unsicherheit und Ängste (Auf wen treffe ich da? Wie wird es sein?) scheinen die Teilnehmenden zu bestimmen.

Wie begegnen Sie solchen Situationen angemessen?

Machen Sie sich in schwierigen Gruppensituationen immer wieder klar: Sie können äußeren und inhaltlichen Widerstand aushalten!

Hilfreich ist dabei die Schutzschild-Methodik:

  1. Ihr Gedanke sollte sein: Ich bin gar nicht gemeint! Es geht nicht um mich als Person!
  2. Stellen Sie sich einen mentalen Schutzschild vor, an dem alles abprallt. Das ist eine gedankliche Vorstellung, die wirksam hilft!
  3. Je mehr Vertrauen Sie zu den Teilnehmenden aufbauen, desto weniger brauchen Sie den Schutzschild!

Rechnen Sie als Job-Coach damit, eine Weile der oder die Böse zu sein, auch wenn Sie es nur über Dritte oder gar nicht erfahren. Sie werden unangenehme Dinge aussprechen müssen. Damit lösen Sie bestimmt auch manches Gewitter aus (lesen Sie dazu auch den Artikel von Svenja Hofert über negatives Feedback im Karriere-Coaching).

Oft entspannt sich die Situation wieder, wenn Teilnehmer und Teilnehmerinnen bemerken, dass Sie sich um Echtheit bemühen.

Orientierungs- oder Arbeitsphase?

Es gibt Strategie-Bücher, die mich faszinieren. Eins davon ist „Wege statt Irrwege“. Im Buch geht es darum, was wir von guten Theorien (Wirtschaftsmodellen) lernen und in den Alltag umsetzen können.

Der erste Teil beschäftigt sich mit Joborientierung, ein weiterer mit privaten Beziehungen (Zeit für die Familie, Familienkultur) und einer mit den Dingen, die wir nicht machen sollten, wenn wir nicht ins Gefängnis kommen wollen.
Besonders spannend für mich ist der Teil zum Berufsorientierungsprozess, dessen Phasen schlüssig und detailliert beschrieben werden.

Dazu teilen die Autoren den Berufsweg in zwei Phasen auf: In die reine Orientierungsphase und in die Arbeitsphase – die Phase, wenn Sie den nächsten Job gefunden haben. Das klingt erst einmal ganz logisch, aber wichtig ist es, genau zu wissen in welcher Phase Sie sich befinden und strategisch dementsprechend vorzugehen.

In der Orientierungsphase ist eine 360-Grad-Suche genau das Richtige: sich überall umsehen, mit Menschen sprechen und ansprechbar sein, alle möglichen Gelegenheiten nutzen (siehe dazu mein Arbeitsblatt). Wenn Sie dann einen Job gefunden haben und sich in der Arbeitsphase befinden, sind eher Ihre Karrieretechniken gefragt: Wie gehen Sie mit Ihrem Chef um, wie machen Sie auf Ihre Arbeit aufmerksam, haben Sie ein Netzwerk?
Die Orientierungsphase ist oft ungeplant und offen für sich bietende Möglichkeiten. Die Arbeitsphase ist eher ein Bereich für Planung und Strategie. Die Autoren nennen das die „Balance zwischen Berechnung und Zufall“.

Mein Fazit: Das Buch ist lesenswert und gut geschrieben. Es behandelt Theorie, die für die Praxis sehr hilfreich ist. Außerdem erklärt es, wie es zu dem VW-Skandal kommen konnte… Sie dürfen gespannt bleiben.

Christensen, Clayton M.:Wege statt Irrwege,
224 Seiten, books4success
ISBN: 9783864702440

Was bedeutet gute Arbeit?

Darf man heutzutage eigentlich noch Ansprüche an die Arbeit stellen? Ich denke, ja! Natürlich sind viele erst einmal froh, überhaupt einen Job zu haben. Arbeit kann aber auch krank oder unglücklich machen, wenn sie nicht zu der Person, ihren Fähigkeiten, Werten etc. passt. Doch was macht eigentlich einen guten Job aus?

Die Frage habe ich mir selbst schon häufiger gestellt, und gerade in der Berufsberatung und Arbeitsvermittlung werden wir ständig mit dieser Fragestellung konfrontiert. Sehen wir uns einmal zwei mögliche Antworten an:

Im „Escape-Manifest“ wird der Redakteur von „Wired“ und Sachbuchautor Dan Pink zitiert, er sieht drei unerlässliche Voraussetzungen für eine erfüllende berufliche Tätigkeit:

  • Autonomie – das eigene Leben selbst gestalten zu können
  • Meisterschaft – immer besser zu werden, in etwas, was uns wichtig ist
  • Sinn – an etwas zu arbeiten, das größer ist als wir selbst

Mihály Csíkszentmihályi, der Psychologe, der den Begriff „Flow!“ geprägt hat, sieht auch drei Komponenten, die einen guten Job ausmachen:

  • objektive Gegebenheiten, also die Rahmenbedingungen des Jobs (Arbeitszeit, Lohn, Teamsituation)
  • den Sinn, den dieser Job für die Kunden oder die Gemeinschaft hat
  • die eigene Einstellung, ob ich den Job als erfüllend ansehe

Diese beiden Ansätze überschneiden sich an einigen Stellen, aber jeder Ansatz bringt auch weitere, neue Aspekte mit ein. Lieber Leser, liebe Leserin dieses Blogs, checken Sie doch mal Ihre persönliche Berufssituation nach diesen Punkten durch:

  • Gibt es in Ihrem Job die Möglichkeit, einen Expertenstatus zu erreichen?
  • Wie sehen die Rahmenbedingungen aus?
  • Macht der Job Sinn?
  • Habe ich (noch) die richtige Einstellung?
  • Wenn Sie Jobcoach und Trainer sind: Vermittle ich meine Klienten so gesehen in „gute Jobs“? (Oder in Einstiegstätigkeiten, aus denen sich gute Jobs entwickeln können?)