Talent oder Training?

Wie wichtig ist bei Ausbildung und Berufsausübung eigentlich Talent und wie wichtig ist Training? In meinen Seminaren mit Jobcoaches und Dozenten stoße ich immer wieder auf dieses Thema.

Die Wissenschaft hat im Laufe der Zeit verschiedene Einschätzungen vertreten, heute gehen Medizin und Psychologie davon aus, dass beides gleich wichtig ist. Wir sollten also unsere Fähigkeiten kennen, aber wir brauchen auch ganz viel Training, um fit zu sein. Unter anderem ist Massenarbeitslosigkeit deshalb ein großes Problem, weil für viele Menschen das Training entfällt.

Der Mensch braucht viele Zeiten des Trainings und des Übens, genauer gesagt etwa 10.000 Stunden, um ein „Profi“ zu werden, sagt Malcolm Gladwell in seinem Buch „Überflieger“. Er zeigt das am Beispiel einer Studie mit angehenden Orchestermusikern. Diese wurden je nach Leistungsstärke in drei Gruppen aufgeteilt. Die Teilnehmer der besten Gruppe hatten bis zu einem bestimmten Lebensjahr 10.000 Stunden geübt, die Mitglieder der zweitbesten Gruppe 8.000 und die der dritten Gruppe 4.000.
Dieses 10.000-Stunden-Prinzip kann ich aus der Beobachtung eigener Tätigkeiten nachvollziehen. Wenn man Dinge sehr häufig durchführt, stellt sich irgendwann, Talent vorausgesetzt, eine professionelle Ausübung der Tätigkeit ein, die etwas Künstlerisches hat. Auch im Sport, z. B. im Tennis oder Fußball, ist dieser Effekt bekannt.

Denken Sie doch mal darüber nach: Was haben Sie sehr häufig durchgeführt? Sind Sie dadurch in diesem Bereich sehr gut geworden? Könnten Sie das beruflich besser einsetzen als zurzeit? Ist dazu ein Wink an Ihren Arbeitgeber nötig oder möglich? Oder wenn Sie sich beruflich neu orientieren: Wo haben Sie die Möglichkeit viel zu üben? In welchem Bereich wollen Sie weiter trainieren?

Der Einsatz Ihres eigenen Potenzials ist ein wichtiger Baustein zur Verbesserung Ihrer Arbeits- und Lebenssituation!

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  1. […] Berufserfahrung (10.000 Stunden  bis zur Meisterschaft!)? […]

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