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Vom Arbeitssuchenden zum Arbeitsvermittler: Meine Geschichte

Als ich vor vielen Jahren nach zehn Jahren im Angestelltenverhältnis arbeitslos wurde, ging ich zur Arbeitsagentur und ließ mich beraten. Der Berater fragte mich: „Herr Kröger, was können wir denn tun? Schlagen Sie mal was vor!“

Ich war schockiert und erst einmal sprachlos. Mein Berater fragte mich, was wir tun sollten – dabei war ich dort als Kunde und als zu Beratender erschienen! Außerdem hatte ich eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung – es hätte für ihn doch kein Problem sein dürfen, für mich passende Jobs zu finden. Damals dachte ich: „Irgendwas an diesem Gespräch ist verkehrt, so kann Berufswegberatung nicht ablaufen.“

Seitdem habe ich in vielen Gesprächen mit Arbeitsuchenden und Menschen, die sich beruflich neu orientieren müssen, von ähnlichen Erlebnissen gehört. Dieses „Beratungsgespräch“ fand in den ersten Monaten eines, wie sich zeigen sollte, vollständigen Jahres der Arbeitslosigkeit statt, ein Jahr, das ich damals als sehr schwierig und belastend erlebte. In diesem Jahr reiste ich herum, suchte mir einen Coach, war auf Seminaren und Veranstaltungen und bewarb mich aktiv. Natürlich las ich einige der damals noch wenig vorhandenen Karriereratgeber. Außerdem beschäftigte ich mich grundsätzlich und intensiv mit dem Problem der Suche nach einem neuen Job, einem neuen Arbeitsfeld und der Frage „Wie konnte mir so was passieren?“ Heute weiß ich: Jedem kann so etwas passieren.

Das Positive: Nach einem Jahr wurde ich dann vermittelt. Witzigerweise, indem ich mich nicht an die Anweisungen in der Stellenausschreibung der Firma hielt. Alle Interessenten sollten sich schriftlich bewerben, ein Bewerber und ich riefen einfach an – nur wir beide bekamen einen Termin für ein Vorstellungsgespräch – ich wurde eingestellt. So begann meine Tätigkeit bei der TÜV-Akademie Westfalen (jetzt RWTÜV Akademie), und zwar in der Beratung von arbeitslosen Kursteilnehmern.

Seitdem bin ich Berater und Trainer und habe heute mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Arbeitsvermittlung, im Coaching und im Job-Training. In meinen Workshops und Seminaren habe ich mit vielen Jobsuchenden zusammengearbeitet, ihnen zugehört und Wege vorgeschlagen. Vielfach ging es um neue Ideen für den beruflichen Weg und um die Verarbeitung von schwierigen, aber alltäglichen beruflichen Erfahrungen in den verschiedensten
Bereichen der Wirtschaft. Mit dabei in diesen Veranstaltungen waren Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, langzeitarbeitslose Helfer und frischgebackene Akademiker, junge Erwachsene und Angehörige der Generation 50plus, Ex-Opel-Mitarbeiter und Beschäftigte von Kleinbetrieben, Logistik-Fachkräfte, Multimedia-Designer und Berufskraftfahrer, Menschen, die gekündigt hatten und andere, denen gekündigt wurde. Während dieser Zeit habe ich entdeckt: Menschen Arbeit zu vermitteln (möglichst die „richtige Arbeit“) ist meine Leidenschaft!

3 Antworten
  1. Bernd
    Bernd says:

    Ich find es gut, dass Du Deine wahre Berufung gefunden hast. Ist ja leider nicht immer der Fall. Wenn hier andere Leser auch Probleme haben, einen Beruf zu finden, der zu ihnen passt, dann möchte ich (sofern es erlaubt ist) auf ein kaum bekanntes Portal hinweisen, welches sogar Öffentliche Jobs anbietet. Manchmal kann so ein Potal nützlicher sein, als die Bundesagentur für Arbeit. Habe mich damals auch an sie gewendet und im Endeffekt waren deren Stellenausschreibungen im Endeffekt Mist. Am besten man versucht es über beide Wege parallel.

    Antworten

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  1. […] Lesen Sie hier den ersten Teil der Geschichte „Vom Arbeitssuchenden zum Arbeitsvermittler“ […]

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