Das Buch für 50Plus!

Einen passenden Job finden und behalten – mit diesem zentralen Thema beschäftige ich mich in den meisten meiner Blogeinträge. Aber wie sieht eigentlich ein sinnvolles Leben nach der Erwerbsphase aus? Hajo Schumacher geht auf diese Frage in seinem Buch „Restlaufzeit“ ein. Das macht er so gut und so spannend, dass es sich teilweise wie ein Krimi liest.

Klar wird schnell: Sie sollten sich mehrere Jahre vorher auf diese Phase vorbereiten, wenn Sie nicht von ihr überrollt werden möchten und Objekt der Entscheidungen anderer werden wollen. Schuhmacher beschreibt Modelle aus der ganzen Republik und aus Ländern wie Polen, Thailand etc. Jedes Projekt hat er für die Recherchen besucht und dort etwas Zeit verbracht. Die Spannweite der Ideen für z.B. Wohnen im Alter reicht von Luxuslösungen bis zur bescheidenen WG. Oft sind nicht die teuren Arrangements die besseren.

Hajo Schumacher bietet sechs Wege an, um die Phase 50Plus zu „entgiften“:

1. Bewusstsein: Befreit eure Gedanken!
2. Lernen: Mehr Kunststücke!
3. Der Körper: Bewegt euch!
4. Soziale Kontakte: Bildet Banden!
5. Finanzen: Übt Bescheidenheit!
6. Spiritualität: Aufräumen, ordnen, Seele reinigen!

Und dann geht es auf Seite 229 doch noch um Arbeit, um die Notwendigkeit, weiter etwas zu tun, um flexible Modelle wie z.B. in Schweden, um Tätigkeiten als Teilzeitkraft, um die andere Art in höherem Alter zu arbeiten…

Fazit: Ein lesenswertes Buch, es greift für den Einzelnen und die Gesellschaft wichtige Veränderungen auf und hinterfragt liebgewordene Selbstverständlichkeiten.

Hajo Schumacher: Restlaufzeit. Eichborn Verlag, Köln, 286 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8479-0572-1

Berufliche Ziele genau festlegen oder grobe Richtung ansteuern?

Häufig wird Ratsuchenden in der beruflichen Orientierung geraten, sie sollen sich konkrete Ziele setzen, diese ganz genau festlegen und verfolgen. Ich frage mich, ob das wirklich sinnvoll ist.

Meiner Erfahrung nach ist es besser, grob die Richtung anzusteuern, in die ich mich entwickeln will, und dann die Gelegenheiten wahrzunehmen, auf die ich treffe.

Der Berater Stephen Shapiro rät z. B., „einen Kompass und keine Landkarte zu verwenden“ (Zitat von Shapiro aus dem Buch Business Model You).
Zu genau gesteckte Ziele können sehr viel Druck auslösen und den Blick einschränken. Diese sehr genau bestimmten Ziele, diese perfekten Pläne haben bei mir persönlich nie funktioniert – die Bereitschaft in eine bestimmte Richtung zu gehen, schon eher. So kann der Kurs immer wieder aktualisiert werden, ich nehme neue Erfahrungen und Begegnungen auf und orientiere mich wieder.

Im Moment bin ich selbst dabei, mich thematisch weiterzuentwickeln. In meinem nächsten Projekt soll es um gute Arbeit gehen, also nicht nur um die Frage, wie ich überhaupt Arbeit aufnehmen kann. Auch bei diesem Thema möchte ich eine Richtung einschlagen und sehen, was sich auf dem Weg ergibt. Natürlich sammele ich Material, mache Recherche, überlege, welche Personen ich dazu ansprechen kann. Und dabei ergibt sich auf dem Weg vieles, was ich jetzt noch nicht weiß, worauf ich aber sehr gespannt bin.

Herzlichst,

Ihr Reinhard Kröger

Gedankenlawinen sind Motivationskiller

Von „Es geht mir nicht gut“ zu „Das wird ganz schlimm enden“: Gedankenlawinen hindern die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.

Ein Hindernis für die Verbesserung Ihrer Arbeits- und Lebenssituation können Gedankenlawinen sein. Sie entstehen aus negativen Gedanken, die wir häufig wiederholen und die sich dann vergrößern – genau wie ein kleiner Schneeball zu einer großen Lawine werden kann.

Hier ein Beispiel für einen negativen Gedanken-Verlauf:
Es geht mir nicht gut >> Ich habe jetzt einen wichtigen Termin, ich schaffe den nicht>> Ich schaffe nie was>> Das wird alles ganz schlimm enden… Sich immer wiederholende und vergrößernde, negative Gedankenketten sind ein häufig zu beobachtender Störfaktor in Bewerbungsphasen, in beruflichen Umbruchsituationen, bei einer Existenzgründung und bei fast jedem Jobwechsel.

Nach Albert Ellis, einem Pionier der kognitiven Psychologie, müssen wir uns solche Gedankenketten genau ansehen: Sind das Tatsachen, die ich da denke und weiterspinne, oder Vermutungen? Motivieren mich solche Gedanken? Sind sie eher hinderlich? Kann ich sie abstellen und wie?

Zum Durchchecken von Gedankenketten hilft ein von mir entwickeltes Arbeitsblatt, das ich Ihnen gerne zur Verfügung stelle. Langfristig sollten Sie sich auch die Frage beantworten, welche Gedankenketten häufig vorkommen und was das z. B. mit Ihrer eigenen Biographie zu tun hat. Das sprengt aber natürlich den Rahmen der beruflichen Beratung.
Wichtig ist, dass Sie Gedanken-Lawinen als solche erst einmal identifizieren, damit Sie sie auf die Dauer stoppen können. So finden Sie auch wieder Ihre Motivation zurück.

Arbeitslosigkeit macht krank!

Arbeitslosigkeit hat nicht nur Einfluss auf das Einkommen, sondern auch eine erhebliche Wirkung auf die Gesundheit. Das ist leider eine Tatsache.

Einzelheiten sind jetzt wieder mal in einem aktuellen „Stern“ – Artikel zu lesen. Dort heißt es:  „Viele haben das Gefühl, plötzlich außerhalb der Gesellschaft zu stehen“, sagt Steffi Kreuzfeld, Arbeitsmedizinerin an der Universität Rostock. „Ihnen fehlen die feste Struktur und die Anerkennung, die ihnen der Job geboten hat. In so einer Stresssituation neigen viele dazu, die Gesundheit zu vernachlässigen.“

Eine DGB-Studie hat herausgefunden, dass – je nach Alter – Arbeitsuchende teilweise fast doppelt so häufig krank wie Erwerbstätige sind!

Was können Betroffene dagegen tun? Hier einige Tipps:

  1. Nutzen Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit, nicht nur für

    Bewerbungsaktivitäten, sondern auch für Sport

  2. Isolieren Sie sich nicht. Pflegen Sie stattdessen Ihre Kontakte und suchen Sie sich neue Kontakte, die Sie ausbauen
  3. Tun Sie etwas Sinnvolles, z. B. indem Sie sich ehrenamtlich engagieren (aber mit einem klaren zeitlichen Limit, die Jobsuche soll ja nicht zu kurz kommen)
  4. Suchen Sie sich einen Mentor/Coach

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Welches sind Ihre Tipps gegen die Vernachlässigung von physischer oder psychischer Gesundheit? Ich freue mich auf Ihre Ideen als Kommentar.

 

Wieviel Aufwand erfordert eine erfolgreiche Jobsuche?

Frage: Wieviel Zeit investieren Sie in Ihre Urlaubssuche?

Mal angenommen, Sie fahren bald in den Urlaub. Dazu bereiten Sie Ihre Reise vor, gehen ins Internet, vergleichen Preise, lesen Reiseführer, schauen DVD’s an. Wie lange dauert das? Wahrscheinlich unzählige Stunden, die Sie in die „schönsten 14 Tage des Jahres“ investieren. In die Suche nach einem Job investieren, meinen Erfahrungen nach, manche Jobsucher nur wenige Stunden im Monat – in die Suche nach einer Tätigkeit, die einen Großteil ihrer Zeit in Anspruch nimmt und die sie jahrelang zufrieden ausführen wollen. Warum ist das so – ist ihnen der Urlaub wichtiger?

Davon gehe ich nicht aus. Tatsächlich aber klingt Urlaubssuche netter und verspricht mehr Spaß als der Gedanke, sich einen Job suchen zu müssen. Aber jeder weiß: Probleme zu lösen, ist nicht unbedingt nett. Daher wird Sie eine erfolgreiche Jobsuche auch einiges an Aufwand kosten. Sie brauchen Zeit, in der Sie sich mit Ihren Fähigkeiten und Ihrem Job-Profil beschäftigen (mehr dazu im kostenfreien E-Book), Zeit für Internet-Recherche nach passenden Jobs und Zeit für Bewerbungen (Tipps dazu auch beim Artikel Marketing-Pipeline). Einfach den Zauberstab schwingen und schwupps ist der neue Job da – das funktioniert leider nicht.

Ich möchte Sie dazu ermutigen, bei der Jobsuche einen Schwerpunkt zu setzen. Viele Anregungen für die Suche nach dem richtigen Job finden Sie auch in diesem Blog.