11 Juni 2013
By Reinhard Kroeger
In Für Berater und Trainer
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Projekt, in dem Teilnehmer bis 25 Jahre sind, die Sozialstunden zu erbringen haben und Arbeit oder Ausbildung suchen. Stellen Sie sich vor, diese haben keine Lust!

In der letzten Woche hatte ich einen anspruchsvollen Trainingsauftrag: ein Seminar im Ruhrgebiet mit MitarbeiterInnen, die in genau solch einem Projekt arbeiten. Thema: “Umgang mit Widerständen in Gruppen”. Da der Widerstand in dem Projekt erheblich war, konnten wir das Thema sehr praktisch angehen

.
In der Seminargruppe haben wir uns deshalb zuerst intensiv mit den
möglichen Ursachen von Widerständen beschäftigt: allgemeine
Unlust, Lernen wird negativ erlebt, fehlendes Bewusstsein für eigene Selbstwirksamkeit, sachlich falsche Selbsteinschätzung “Ich kann das nicht”, noch kein Vertrauen zu den Bezugspersonen, persönliche Probleme, Angst vor einzelnen Elementen des Programms…
In einem nächsten Schritt haben wir uns dann die
verschiedenen Symptome des Widerstands angesehen: Widerspruch, Ausweichen, Aufregung und Lustlosigkeit.
Und wie kann man nun mit diesen Widerständen umgehen?
Ich arbeite zurzeit mit drei Methoden, um mit Widerstand in Gruppen konstruktiv umzugehen und ihn im Endeffekt gemeinsam mit den Gruppenteilnehmern zu überwinden.
Diese drei Methoden sind die Interventionstechniken nach Paul Lahninger,
- einfühlen
- versachlichen
- abgrenzen
die wir anhand von Beispielen genauer untersucht und bearbeitet haben.
Zwei weitere, unverzichtbare Voraussetzungen sind Echtheit/Identität der Mitarbeiter und die Fähigkeit, Motivation bewusst zu fördern. Deshalb nahm die Beschäftigung mit Strategien zur Motivation auch viel Raum ein.
Vom Thema inspiriert, entwickelten die TeilnehmerInnen eine Liste mit Ideen für praktische Veränderungen im Projektablauf.
Nochmal herzlichen Dank an alle Seminarteilnehmer für die engagierte Mitarbeit.
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Motivation
28 Mai 2013
By Reinhard Kroeger
In Berufsberatung, Berufsstrategie
Was ist, wenn die Stimmung im Job-Seminar auf dem Nullpunkt ist und die arbeitssuchenden Teilnehmer und Teilnehmerinnen komplett demotiviert?
Ganz wichtig ist es zunächst in so einer Situation herauszufinden, was der Grund für die Demotivation ist. Ich habe bei meinen Seminaren Arbeitssuchende unter 25 Jahren gefragt, warum sie häufiger selbst getroffene Entschlüsse (wie z.B. “ich will Bewerbungen schreiben, Anrufe machen, Besuche bei möglichen Arbeitgebern machen…”) nicht umsetzen. Das waren ihre Antworten:
- Faulheit / Bequemlichkeit / Null Bock
- Angst vor Misserfolg
- „ zu viel Stress“
- Freizeit geht vor (Prioritäten)
- „mir ist alles egal“
- „ich will Ergebnisse – sofort “
- „das passiert von allein“ (gute Fee-Prinzip)
- Frust zwischendurch
- keine Vorbilder / Beispiele

Der nächste Schritt als Trainer ist, die Gruppe zu motivieren und aktiv werden zu lassen – oft verschwindet die Demotivation von ganz allein, wenn erste Erfolgserlebnisse sichtbar werden. Mein Ansatz ist daher:
- ein Programm zur Grundmotivation mit der Gruppe bearbeiten: Übungen dazu finden Sie immer wieder hier auf dem Blog.
- mit der Gruppe die gemiedenen Tätigkeiten gleich vor Ort praktisch durchführen, z. B. Anrufe, Bewerbungen und Besuche bei Firmen
- die Aktionen mit der Gruppe nacharbeiten und auswerten
Durch diese Vorgehensweise sind Erfolge praktisch vorprogrammiert, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit bei den Teilnehmern steigt und damit die Motivation für die nächsten Schritte!
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Motivation, U25
15 Mai 2013
By Reinhard Kroeger
In Berufsberatung, Für Berater und Trainer
Nachdem ich die Frage “Was macht eigentlich ein Jobcoach?” im Rahmen der Blogparade von Wibke Ladwig beantwortet habe, geht es jetzt weiter mit der nächsten Frage: “Was macht eigentlich ein Jobtrainer?”
Ein Jobtrainer arbeitet mit Gruppen, in dieser Hinsicht unterscheidet er sich vom Jobcoach, der Einzelberatung macht. Der Jobtrainer trainiert z. B. in einem bestimmten Berufsbereich oder er bereitet, wie in meinem Fall, auf die Arbeitsaufnahme vor. Als Trainer habe ich in den letzten Jahren häufig für die Jugendhilfe Essen gearbeitet.
Die Jugendhilfe Essen hat einen Schwerpunkt beim Berufseinstieg von arbeitslosen Menschen unter 25 Jahren, dabei geht es oft um die Integration von jungen Erwachsenen, die als schwierig und problematisch gelten. Besondere Projekte in diesem Zusammenhang sind GWA-PLUS mit aufsuchender Hilfe und intensiver Betreuung und das SchAu-Projekt für alleinerziehende Mütter und Väter.
Bei den Einsätzen in der Zielgruppe U25 habe ich viel Material zum Thema Ausbildung, Berufsberatung und Vermittlung erarbeitet und werde dies in den nächsten Wochen als eine Erweiterung meines E-Books “Es gibt Arbeit! So finden Sie Ihren Job” herausbringen. Ich möchte mich an dieser
Stelle bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Gruppen für die gute Zusammenarbeit bedanken, von der ich viel profitiert habe!
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U25
13 Mai 2013
By Reinhard Kroeger
In Berufsstrategie, Jobsuche, Selbstmanagement
Frage: Wieviel Zeit investieren Sie in Ihre Urlaubssuche?
Mal angenommen, Sie fahren bald in den Urlaub. Dazu bereiten Sie Ihre Reise vor, gehen ins Internet, vergleichen Preise, lesen Reiseführer, schauen DVD’s an. Wie lange dauert das? Wahrscheinlich unzählige Stunden, die Sie in die “schönsten 14 Tage des Jahres” investieren. In die Suche nach einem Job investieren, meinen Erfahrungen nach, manche Jobsucher nur wenige Stunden im Monat – in die Suche nach einer Tätigkeit, die einen Großteil ihrer Zeit in Anspruch nimmt und die sie jahrelang zufrieden ausführen wollen. Warum ist das so – ist ihnen der Urlaub wichtiger?
Davon gehe ich nicht aus. Tatsächlich aber klingt Urlaubssuche netter und verspricht mehr Spaß als der Gedanke, sich einen Job suchen zu müssen. Aber jeder weiß: Probleme zu lösen, ist nicht unbedingt nett. Daher wird Sie eine erfolgreiche Jobsuche auch einiges an Aufwand kosten. Sie brauchen Zeit, in der Sie sich mit Ihren Fähigkeiten und Ihrem Job-Profil beschäftigen (mehr dazu im kostenfreien E-Book), Zeit für Internet-Recherche nach passenden Jobs und Zeit für Bewerbungen (Tipps dazu auch beim Artikel Marketing-Pipeline). Einfach den Zauberstab schwingen und schwupps ist der neue Job da – das funktioniert leider nicht.
Ich möchte Sie dazu ermutigen, bei der Jobsuche einen Schwerpunkt zu setzen. Viele Anregungen für die Suche nach dem richtigen Job finden Sie auch in diesem Blog.
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30 April 2013
By Reinhard Kroeger
In Berufsstrategie, Jobsuche
Arbeitgeber suchen händeringend geeignetes Personal, Arbeitnehmer die für sie passende Stelle. Trotzdem finden sie sich häufig nicht. Woran das liegt?
Wie Christian Pape in seinem Buch
Traum! Job! Now! richtig bemerkt, gibt es grundsätzlich zwei Verfahren der Suche im Jobmarkt:
1. Die Art, wie Job-Bewerber suchen.
2. Die Art, wie Firmen suchen.
Leider unterscheiden sich diese Arten: Oft suchen Firmen zuerst neue Mitarbeiter über das Netzwerk von schon angestellten Mitarbeitern, über persönliche Kontakte der Firmeninhaber oder über den “zufälligen” Kontakt zu Praktikanten. Funktioniert das nicht, dann suchen sie über Personalvermittler und Personalberater weiter. Arbeitnehmer hingegen suchen häufig über Stellenanzeigen und einige wenige Internet-Börsen nach Jobs. Das erschwert nicht nur die Jobsuche, sondern auch die Mitarbeitersuche, da sich Personalchefs und geeignete Bewerber oft nicht zum richtigen Zeitpunkt oder gar nicht begegnen!

Bewerber und Bewerberinnen auf der Jobsuche sollten daher vermehrt auf persönliche Kontakte in ihrem Umfeld und Personalvermittlung setzen. Das können Sie konkret tun:
- Das ganze eigene Kontakte-Netzwerk (evtl. auch bei Facebook oder Xing) von der Stellensuche informieren
- Mehrere und die richtigen Stellenbörsen durchforsten, wie z.B. hier aufgelistet…
- Verlässliche Personalvermittler ansprechen
- Personalberater, die sich auf die jeweilige Unternehmens-Branche spezialisiert haben, ansprechen
Ich persönlich treffe häufig auf Jobsuchende, die wichtige Internet-Stellenmärkte für ihre Branche nicht kennen oder nicht wissen, welche Personalberatung deutschlandweit für ihre Branche Personal sucht. Das ist schade!
Zum Glück gibt es jedoch für Sie die Möglichkeit, sich dieses Wissen zu beschaffen. Das erfordert natürlich Zeit, es ist durchaus anstrengend und Sie brauchen vielleicht Hilfe, z. B. einen
Mentor. Doch die Erfahrung zeigt, dass es geht.
Im nächsten Artikel werde ich deshalb auf den Aufwand eingehen, den eine erfolgreiche Jobsuche erfordert.
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Arbeit finden, Bewerbung, Internet-Recherche